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Werkstattgespräch mit der Wirtschaftsministerin BW,
Nicole Hoffmeister-Kraut

Werkstattgespräch

“Wir müssen flexibler und schneller werden”

GEISLINGEN ; LESEDAUER: 1MIN 

Rund 60 Unternehmer aus verschiedenen Handwerksbereichen kamen auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb bei der Geislinger Firma Amann Spezialmöbel zusammen.

Das Werkstattgespräch bot die Gelegenheit, Fragen zu aktuellen Themen direkt an Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut zu richten und sich untereinander auszutauschen.

Geschäftsführer Ingolf Schlaich begrüßte die Gäste im Namen der Inhaberfamilie und stellte den Familienbetrieb vor. Er hob hervor, dass die Amann Spezialmöbel GmbH großen Wert auf individuelle Kundenwünsche, Flexibilität, Qualität und Schnelligkeit legt.

Nicole Hoffmeister-Kraut sprach offen über die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen: „Wir stecken in herausfordernden Zeiten – seit drei Jahren herrscht Rezession.“ Zwar sei die Arbeitslosigkeit im Handwerk weiterhin gering, jedoch mache sich die angespannte wirtschaftliche Lage bemerkbar. Sie verwies auf Handelshemmnisse wie die Zollthematik mit den USA, die Investitionen und Entwicklungen erschweren. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung des Handwerks als Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft.

Die Diskussion drehte sich um Themen wie Bürokratieabbau, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Globalisierung und Klimaschutz. Kritisiert wurde unter anderem die hohe Bürokratiebelastung. „Wir müssen in vielen Bereichen flexibler und schneller werden, um den Wettbewerbsproblemen entgegenzuwirken“, betonte die Ministerin. Auch die geplante Reduzierung der Aufbewahrungsfrist für Akten von zehn auf acht Jahre sowie hohe Sozialabgaben wurden diskutiert. Ein weiteres Anliegen war der dringend nötige Ausbau der B27 nach Tübingen, um die Infrastruktur zu verbessern.

Ein Teilnehmer berichtete, dass Dachsanierungsprojekte zunehmend an den hohen Kosten scheitern, insbesondere wenn Photovoltaikanlagen eingeplant werden. Weitere Themen waren die Verdoppelung der Meisterprämie, der Klimawandel, Elektromobilität und die Potenziale Künstlicher Intelligenz.

Hoffmeister-Kraut erklärte, dass Unternehmen durch den Einsatz solcher Technologien operative Vorteile erzielen könnten. Dennoch sei klar, dass Herausforderungen wie diese nur durch konsequentes Handeln bewältigt werden können.

JORG WAHL